ganz klein

Es gibt da Tage

An denen ich mich fühle

So klein.

Ganz klein

Ameisenklein.

So winzig, dass du mich nicht sehen kannst.

Dass da warte ich vor deiner Türe.

Am Telefon.

Aber du übersiehst mich. Klar!

Es gibt da Tage an denen ich mich fühle

Wie ein Sandkorn unter Riesen.

Wäre gern die Wimper in deinem Auge,

Damit ich wenigstens kann stören

Dein Gott verdammtes Dasein!

Wäre gern die Flamme deiner Kerze,

Damit ich kann nehmen, dir das Licht.

Wäre gern eine Fliege,

Umschwirre deine Atemzüge.

Doch ich bin, ach ich bin,

Vor deiner Türe.

Am Telefon.

Irgendwo.

So klein.

Ameisenklein.

So winzig, dass du mich nicht sehen kannst.

Und mich übersehen musst.


© Ludowika

3 Antworten zu “ganz klein”

  1. das Foto-Quartett hat Stil. sind die Bilder von Dir gemacht?

  2. ludowika Sagt:

    :-) Ja, die sind von mir! Es freut mich, dass sie dir gefallen!

  3. Ein sehr interessantes Gedicht, womit man sich schnell identifizieren, um nicht zu sagen infiszieren kann.
    Meine Lieblingsstelle: Wäre gern die Wimper in deinem Auge,

    Damit ich wenigstens kann stören

    Dein Gott verdammtes Dasein! — herrlich!

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